Das zu versteigernde Objekt mit dem Aktenzeichen 822 K 23-25 ist ein massives, eingeschossiges Einfamilienwohnhaus mit einer Einliegerwohnung in Tessin (Landkreis Rostock), gelegen in der Straße „An der Quelle 19“. Das im Jahr 2003 errichtete Gebäude befindet sich auf einem 427 m² großen Grundstück (Gemarkung Tessin, Flur 6, Flurstück 476/127). Die Lage zeichnet sich durch ein ruhiges Wohnumfeld aus. Das Gebäude ist nicht unterkellert, verfügt jedoch über ein ausgebautes Dachgeschoss sowie über ein Satteldach mit Betondachsteinen. Ein Carport in Holzständerkonstruktion und ein Geräteschuppen sind als Nebengebäude auf dem Grundstück vorhanden. Der amtlich festgesetzte Verkehrswert beträgt 265.000,00 EUR (Quelle: Deckseite).
Der bauliche Zustand des Gebäudes ist laut Gutachten (S. 16) kritisch zu bewerten, da ein erheblicher Unterhaltungsstau vorliegt. Zu den gravierendsten Mängeln gehören aufsteigende Feuchtigkeit in mehreren Wänden inklusive Schimmelbildung, unsauber eingebaute und undichte Fenster sowie schiefe Sohlbänke. Zudem sind die Elektroinstallationen und die Wasserversorgung derzeit stillgelegt, wobei die Stromzähler bereits ausgebaut wurden. Aufgrund der Stilllegung der Wasserversorgung besteht das unklare Risiko von Frostschäden an den Leitungen. Die Beheizung erfolgte über elektrische Wandflächenheizkörper, die Warmwasserbereitung über Durchlauferhitzer. Die Ausstattung der Wohnräume besteht aus Fliesen, Laminat und textilen Belägen, die überwiegend reparatur- oder erneuerungsbedürftig sind (Reparaturstufe 2c laut Gutachten S. 14).
Besondere rechtliche Risiken wie eingetragene Wohnrechte, Nießbrauch oder ein Erbbaurecht sind in den vorliegenden Auszügen nicht vermerkt. Das zentrale Risiko für potenzielle Erwerber liegt in dem massiven Sanierungsbedarf. Das Gutachten stellt ausdrücklich fest, dass eine nachhaltige Wohnnutzung erst nach einer umfassenden Sanierung möglich ist. Zudem erschwert die Stilllegung der Medien eine genaue Überprüfung der Leitungsfunktion vor dem Kauf. Positiv hervorzuheben ist der aktuelle Leerstand des Objekts, wodurch langwierige und kostenintensive Räumungsverfahren vermieden werden können.
Für Kapitalanleger und Handwerker bietet diese Zwangsversteigerung eine interessante Einstiegsgelegenheit unter dem Marktpreis, sofern die anstehenden Sanierungskosten präzise einkalkuliert werden. Aufgrund des Baujahres 2003 ist die Grundsubstanz des massiven Gebäudes prinzipiell modern, jedoch erfordern die Feuchtigkeitsschäden und die stillgelegten Installationen eine Kernsanierung. Durch die Aufteilung in eine Hauptwohnung und eine Einliegerwohnung bietet das Objekt nach erfolgreicher Sanierung eine hohe Flexibilität zur Selbstnutzung, Teilvermietung oder als vollständiges Renditeobjekt. Ein Gebot deutlich unter dem Verkehrswert von 265.000,00 EUR ist dringend zu empfehlen, um einen ausreichenden Puffer für die anstehenden Sanierungskosten zu gewährleisten.