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Marktreport · Q3 2026 · eigene Vollauswertung

Der ZVG-Marktreport Deutschland: Zwangsversteigerungen in Zahlen

Wie viele Immobilien stehen in Deutschland aktuell zur Zwangsversteigerung, was sind sie wert, und wo konzentriert sich das Geschehen? Dieser Report wertet den vollständigen Bestand der öffentlich bekanntgemachten, laufenden Verfahren aus – je Bundesland, mit offener Methodik und ehrlichen Grenzen.

Datenstand: 25. Juli 2026 · nächste Ausgabe quartalsweise

Überblick

Deutschland in vier Zahlen

3.222

aktive Verfahren mit veröffentlichtem Termin

170.000 €

Median-Verkehrswert bundesweit

34,4 %

der bewerteten Objekte unter 100.000 €

1.833

Versteigerungstermine in den nächsten 60 Tagen

Die mittlere Hälfte aller bewerteten Verfahren liegt zwischen 67.200 € und 326.000 €. Hinter dem Bundesschnitt verbergen sich allerdings zwei völlig verschiedene Märkte – die Spreizung zwischen den Ländern ist das eigentliche Ergebnis dieses Reports.

Verkehrswerte

Die Preiskarte: Median-Verkehrswert je Bundesland

Berlin
425.000 €
Hamburg *
420.000 €
Baden-Württemberg *
235.000 €
Bayern
224.000 €
Hessen
210.000 €
Nordrhein-Westfalen
207.000 €
Niedersachsen
190.000 €
Bremen *
180.000 €
Mecklenburg-Vorpommern
170.000 €
Saarland
144.000 €
Rheinland-Pfalz
130.000 €
Brandenburg
128.000 €
Sachsen
74.000 €
Sachsen-Anhalt
68.000 €
Thüringen
60.000 €

* eingeschränkte Quellenabdeckung – Werte nur eingeschränkt vergleichbar (siehe Methodik).

Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Landesmarkt liegt der Faktor sieben: In Berlin beträgt der Median-Verkehrswert 425.000 € – nur 5,7 % der Berliner Verfahren liegen unter 100.000 €. In Thüringen sind es 60.000 €, und fast drei von vier Verfahren (73,3 %) bleiben unter der 100.000-€-Marke. Dazwischen sortiert sich das Land in zwei Gruppen: die westdeutschen Flächenländer um die 200.000 € – und die ostdeutschen Flächenländer (ohne Berlin) zwischen 60.000 und 130.000 €.

Verfahrensdichte

Wo die Dichte am höchsten ist: Verfahren je 100.000 Einwohner

Thüringen
8,7
Sachsen-Anhalt
8
Saarland
7,8
Rheinland-Pfalz
6,8
Nordrhein-Westfalen
5,5
Brandenburg
5
Hessen
4,9
Mecklenburg-Vorpommern
4,9
Sachsen
4,8
Niedersachsen
3,8
Bayern
2,4
Berlin
2,2

Bundesweit: ~3,8 Verfahren je 100.000 Einwohner. Länder mit eingeschränkter Abdeckung sind ausgenommen.

Gemessen an der Einwohnerzahl führt Thüringen (8,7 je 100.000) vor Sachsen-Anhalt und – für viele überraschend – dem Saarland. Nordrhein-Westfalen, absolut mit Abstand größter Markt, liegt relativ nur im Mittelfeld. Am entspanntesten ist die Lage in Bayern und Berlin, wo auf 100.000 Einwohner nur gut zwei laufende Verfahren kommen.

Gesamttabelle

Alle Länder in der Übersicht

BundeslandAktive VerfahrenMedian-VWMittlere Hälfteunter 100kje 100k EW
Nordrhein-Westfalen991207.000 €94.000 €367.000 €26,2 %5,5
Bayern323224.000 €93.000 €448.000 €26,8 %2,4
Hessen312210.000 €89.000 €372.000 €29,1 %4,9
Niedersachsen309190.000 €88.500 €320.000 €27,5 %3,8
Rheinland-Pfalz284130.000 €69.000 €256.000 €38,4 %6,8
Sachsen19074.000 €23.800 €169.000 €61,5 %4,8
Thüringen18360.000 €20.900 €102.000 €73,3 %8,7
Sachsen-Anhalt16968.000 €30.000 €128.000 €62 %8
Brandenburg129128.000 €45.000 €259.866 €38 %5
Berlin87425.000 €251.000 €750.000 €5,7 %2,2
Mecklenburg-Vorpommern79170.000 €57.000 €300.000 €40,8 %4,9
Saarland78144.000 €75.000 €226.000 €34,2 %7,8
Baden-Württemberg *47235.000 €115.000 €381.000 €19,6 %
Hamburg *25420.000 €198.000 €902.000 €4 %
Bremen *16180.000 €119.000 €265.000 €18,8 %

* eingeschränkte Quellenabdeckung. Schleswig-Holstein ist aktuell nicht erfasst. Verfahrenszahlen verlinken auf die jeweilige Live-Übersicht.

Struktur

Was versteigert wird: der Objektarten-Mix

Einfamilienhäuser
1.258 · 39 %
Eigentumswohnungen
694 · 22 %
Sonstige/Gemischt
444 · 14 %
Grundstücke
438 · 14 %
Mehrfamilienhäuser
196 · 6 %
Gewerbeobjekte
97 · 3 %
Garagen/Stellplätze
95 · 3 %

Deutschlands Zwangsversteigerungsmarkt ist ein Häusermarkt: Fast vier von zehn Verfahren betreffen ein Einfamilienhaus, gut jedes fünfte eine Eigentumswohnung. Auffällig ist der große Block an Grundstücken – von Bauland bis zu land- und forstwirtschaftlichen Flächen –, der in klassischen Immobilienmarkt-Statistiken meist gar nicht auftaucht.

Gerichte

Die aktivsten Amtsgerichte Deutschlands

AG Duisburg

Nordrhein-Westfalen

135 Verfahren
AG Zwickau

Sachsen

56 Verfahren
AG Leipzig

Sachsen

54 Verfahren
45 Verfahren
AG Rudolstadt

Thüringen

39 Verfahren
AG Essen

Nordrhein-Westfalen

35 Verfahren
AG Neuruppin

Brandenburg

33 Verfahren
AG Neuss

Nordrhein-Westfalen

30 Verfahren

Kein Gericht versteigert derzeit mehr als das Amtsgericht Duisburg – mit 135 laufenden Verfahren mehr als doppelt so viele wie die Nummer zwei. Die Spitzengruppe erzählt die Geografie des Marktes: Ruhrgebiet, sächsische Bezirksgerichte mit großem Einzugsgebiet, Berlin (zentral zuständig: Charlottenburg) und das Thüringer Flächenland um Rudolstadt.

Kernaussagen

Fünf zitierfähige Befunde

1

Zwischen den Bundesländern liegt der Faktor 7: Median-Verkehrswert 425.000 € in Berlin gegenüber 60.000 € in Thüringen (Stand 25. Juli 2026).

2

Das Amtsgericht Duisburg ist mit 135 laufenden Verfahren das aktivste Versteigerungsgericht Deutschlands – mehr als doppelt so viele wie jedes andere Gericht.

3

Die höchste Verfahrensdichte haben Thüringen (~8,7 je 100.000 Einwohner), Sachsen-Anhalt (~8,0) und das Saarland (~7,8) – mehr als das Doppelte des Bundesschnitts (~3,8).

4

39 % aller Verfahren betreffen Einfamilienhäuser – der Zwangsversteigerungsmarkt ist deutlich stärker vom Eigenheim geprägt als der freie Markt.

5

Gut jedes dritte bewertete Objekt (34,4 %) hat einen Verkehrswert unter 100.000 € – in Ostdeutschland (ohne Berlin) sind es je nach Land 38 bis 73 %.

Zitieren ausdrücklich erwünscht — als Quelle genügt „versteigerungspilot.de, ZVG-Marktreport Q3 2026" mit Link auf diese Seite.

Kontakt

Für Presse & Forschung

Sie schreiben über den Immobilien- oder Zwangsversteigerungsmarkt? Wir stellen die aggregierten Rohdaten dieses Reports (je Bundesland, als CSV) sowie Sonderauswertungen — etwa je Amtsgerichtsbezirk oder Objektart — auf Anfrage kostenlos zur Verfügung: info@versteigerungspilot.de. Der Report erscheint quartalsweise; Interviews und Einordnungen zu regionalen Märkten sind möglich.

Transparenz

Methodik & Grenzen

Datengrundlage: Vollständiger Bestand der öffentlich bekanntgemachten, zum Stichtag 25. Juli 2026 aktiven Zwangsversteigerungsverfahren mit veröffentlichtem Termin aus den von uns angebundenen amtlichen Quellen (3.222 Verfahren). Es handelt sich um eine Momentaufnahme laufender Verfahren, nicht um ein Jahresvolumen – Verfahren kommen laufend hinzu und scheiden nach Termin, Einstellung oder Aufhebung aus.

Kennzahlen: Verkehrswert-Median und -Quartile beziehen sich auf die 3.172 Verfahren mit gerichtlich festgesetztem Verkehrswert. Objektart-Gruppen sind zur Lesbarkeit vereinfacht zusammengefasst. Die Dichte-Rechnung nutzt gerundete Einwohnerzahlen.

Grenzen (bitte mitlesen): Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen sind in den angebundenen Quellen erkennbar unterrepräsentiert; Schleswig-Holstein ist aktuell nicht erfasst. Diese Länder sind in der Tabelle markiert und fließen nicht in das Dichte-Ranking ein. Der Verkehrswert ist eine gutachterliche Einordnung zum Stichtag – kein Kaufpreis und kein Zuschlagsergebnis. Wie unsere Daten grundsätzlich entstehen: Methodik-Seite.

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